„…jeden Monat bekam er 3000 Möbel von dort“

Muse­ums­ob­jek­te aus der DDR? Ankäu­fe bei Mecki‘s Basar und Fan­ta­sia

1982 wur­de im dama­li­gen West-Ber­lin das Muse­um für Ver­kehr und Tech­nik, heu­te Deut­sches Tech­nik­mu­se­um, gegrün­det. Für den Auf­bau der Samm­lung wur­den zahl­rei­che Objek­te von Händler*innen und Pri­vat­per­so­nen erworben.

Dabei kauf­te das Muse­um auch bei West-Ber­li­ner Händler*innen, die Kund*innen der ost­deut­schen Kunst und Anti­qui­tä­ten GmbH (KuA) waren. Mit den Ankäu­fen aus der DDR beschäf­tig­te sich das Muse­um bereits in der Online-Aus­stel­lung „Zum Shop­ping in die DDR“.

Die Ankäu­fe der Händler*innen in der DDR waren ein lega­les und für eine gan­ze Rei­he von deut­schen und inter­na­tio­na­len Antiquitätenhändler*innen und Galerist*innen übli­ches Vor­ge­hen.1 Über Jörg Reu­lens, Mit­in­ha­ber von „Mecki’s Basar“, berich­te­te der Tages­spie­gel noch 2008: „Reu­lens hat­te Glück, wur­de einer der Groß­händ­ler, mit dem die DDR Han­del trieb, jeden Monat bekam er 3000 Möbel von dort, ein­mal boten sie ihm 400 Kla­vie­re auf ein­mal an.“2

Doch spä­tes­tens seit der Ver­öf­fent­li­chung des Arti­kels „Das Kunst-Stück der DDR. Wie ein staats­ei­ge­ner Betrieb Bil­der und Anti­qui­tä­ten zu Devi­sen macht“ in der Zeit­schrift „Art“3 1984 und der Bericht­erstat­tung zur Kla­ge von Wer­ner Schwarz gegen Wolf­gang Bött­ger und des­sen „Antik-Shop“ 1986 müss­te es ein Bewusst­sein dafür gege­ben haben, dass unter Umstän­den zwangs­wei­se abge­ge­be­nes Kul­tur­gut erwor­ben wur­de. Die Ber­li­ner Zei­tung berich­te­te nach der Abwei­sung des Ein­spruchs von Wer­ner Schwarz4 durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in ihrem Arti­kel „Die West-Part­ner haben ihre wei­ße Wes­te wie­der“5 vom 1.4.1992:

„[…] Bött­gers Auf­at­men tei­len zwei­fel­los Hun­der­te west­li­che Kunst- und Anti­qui­tä­ten­händ­ler. Denn konn­ten etwa Saba­tier aus Ver­den bei Bre­men, die Ful­wood Tra­ding Ltd. aus Lon­don, die Ber­li­ner Fir­men „Mecki’s Basar“ und „Fan­ta­sia“, Wil­lem­sen-Dries­sen aus Bel­gi­en, das Mün­che­ner Kunst­haus Her­mann und sogar das Ber­li­ner Muse­um für Ver­kehr und Tech­nik — um nur eini­ge Namen aus der Kun­den­kar­tei der KuA zu nen­nen — sicher sein, kei­ne unrecht­mä­ßig ent­eig­ne­ten oder unter das Kul­tur­gut­schutz­ge­setz der DDR fal­len­de Objek­te erwor­ben zu haben? […]“.

Aber lässt sich über­haupt ermit­teln, ob ein in einem die­ser Geschäf­te gekauf­tes Samm­lungs­ob­jekt ursprüng­lich aus der DDR stamm­te und über die KuA in den Wes­ten kam? Das Deut­sche Tech­nik­mu­se­um hat ins­ge­samt 13 Objek­te und Kleinst­kon­vo­lu­te bei „Mecki’s Basar“ und „Fan­ta­sia“ gekauft. Anhand von vier Bei­spie­len wird im Fol­gen­den vor­ge­stellt, ob sich die­se Objek­te in den Unter­la­gen der KuA iden­ti­fi­zie­ren und Infor­ma­tio­nen über ihre Pro­ve­ni­enz fin­den lie­ßen. Zen­tra­le Quel­le für die Prü­fung war neben der haus­ei­ge­nen Doku­men­ta­ti­on der Bestand DL 210 des Bun­des­ar­chivs Ber­lin (BArch). Zu den Händler*innen selbst war das Ber­lin-Bran­den­bur­gi­sche Wirt­schafts­ar­chiv (BBWA) die wich­tigs­te Quelle.

Der Anti­qui­tä­ten­han­del „Mecki’s Basar“

Die Fir­ma „Mecki’s Basar“ bestand von min­des­tens 1972 bis 2010.6 Zum 1.4.1972 mel­de­te Mecht­hild Reu­lens beim Gewer­be­amt Char­lot­ten­burg einen „Ein­zel­han­del mit Kunst­ge­gen­stän­den“ in der Sua­rez­stra­ße 6, 1000 Ber­lin 19, an.7 Am 19.3.1976 ließ sie beim Amts­ge­richt Char­lot­ten­burg die Fir­ma „Anti­qui­tä­ten Reu­lens GmbH“ in das Han­dels­re­gis­ter ein­tra­gen.8

In den fol­gen­den Jah­ren vari­ier­te die Grö­ße der Fir­ma, neue Stand­or­te kamen dazu, ande­re wur­den auf­ge­ge­ben.9 Am bestän­digs­ten war wohl der Betrieb in der Kon­stan­zer Stra­ße 14, die­ser Stand­ort wur­de von 1977 bis 2010 geführt.

1990/1991 hat­te „Mecki’s Basar“ zehn Beschäf­tig­te und erwirt­schaf­te­te einen Jah­res­um­satz von 1.706.000 DM.10 Mecht­hild Reu­lens war in den ers­ten 20 Betriebs­jah­ren allei­ni­ge Inha­be­rin. Ihr Mann Jörg war eben­falls im Betrieb tätig und wird in den KuA-Unter­la­gen häu­fig als Ansprech­part­ner genannt.11 Zum 21.1.1992 wur­de er dann als Inha­ber von „Mecki’s Basar“ ins Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen.12

„Mecki’s Basar“ als Kun­din der Kunst und Anti­qui­tä­ten GmbH

Die frü­hes­ten Nen­nun­gen der Fir­ma „Mecki’s Basar“ in den KuA-Unter­la­gen im Bun­des­ar­chiv stam­men aus dem Jahr 1978. Hier trat häu­fig noch die Fir­ma „Antique Han­dels GmbH“ (Asch­heim und Ber­lin) als Käu­fe­rin und die Fir­ma „Mecki’s Basar“ als Fracht­emp­fän­ge­rin auf. Bei der „Antique Han­dels GmbH“ han­del­te es sich um eine extra für die Abwick­lung von Export­ge­schäf­ten gegrün­de­te Fir­ma der DDR.13 In eini­gen Fäl­len kauf­te „Mecki’s Basar“ zusam­men mit oder für die Fir­ma „Ein­rich­tun­gen und Anti­qui­tä­ten L. J. Busch“, Richard-Strauß-Str. 20, Ber­lin 33, ein.14

Zwi­schen 1978 und 1989 hat „Mecki’s Basar“ ins­ge­samt 617 Ver­trä­ge mit der KuA abge­schlos­sen (Zah­len auf Basis der vor­han­de­nen Akten), aller­dings konn­ten im Bun­des­ar­chiv nur zu 591 Ver­trags­num­mern wei­te­re Unter­la­gen oder Ankaufs­sum­men gefun­den wer­den. Die Gesamt­sum­me aller vor­lie­gen­den Ver­trä­ge beläuft sich auf 16.929,35 Ver­rech­nungs­ein­hei­ten (VE).

Über die Ankäu­fe aus der DDR hat das Ehe­paar Reu­lens sowohl auf der Fir­men-Home­page www​.meckis​-basar​.com (Stand 2010) als auch in einem Tages­spie­gel-Arti­kel von 2008 gespro­chen.15 Laut eige­ner Aus­kunft waren 80% der Abnehmer*innen der Ver­kaufs­wa­re aus­län­di­sche Händler*innen, vor allem aus den Nie­der­lan­den und den USA.16 Dr. Bernd Isphor­ding (BArch) geht davon aus, dass bei „Mecki’s Basar“ eben­so wie bei ande­ren west­li­chen Händler*innen erst der Kon­takt zur KuA zum mas­si­ven Wachs­tum der Fir­ma geführt habe.17

Aus Berich­ten in den Unter­la­gen des Minis­te­ri­ums für Staats­si­cher­heit aus den Jah­ren 1983 und 1984 geht her­vor, dass die Fir­ma „Mecki’s Basar“ jähr­lich für rund 2 Mio. DM bei der KuA ein­kauf­te und in der Regel zwei Mal pro Woche per LKW aus dem Stand­ort Müh­len­beck belie­fert wur­de. „Mecki’s Basar“ wird in dem Bericht als “der größ­te Belie­fe­rer der West­ber­li­ner Anti­qui­tä­ten- und Tröd­ler­händ­ler mit Waren aus der DDR/KuA” bezeich­net.18

Das Ehe­paar Reu­lens habe eine “Son­der­stel­lung” die sich dar­in zei­ge, dass “fast zu allen West­ber­li­ner Anti­qui­tä­ten­händ­lern enge und dau­er­haf­te Ver­bin­dun­gen“ bestün­den. „Das ist bei den ande­ren Händ­lern die­ser Bran­che nicht der Fall, da herrscht Fut­ter­neid und Kon­kur­renz vor”.19 Es sei „immer wie­der erstaun­lich“, „wie­viel Mas­sen­wa­re Reu­lens der KuA abnimmt und wie gut er die­se unter die ande­ren Anti­qui­tä­ten­händ­ler West­ber­lins und der BRD bringt“.20
Die Ver­trags­über­sich­ten der KuA bestä­ti­gen die­sen Ein­druck, so sind 1983 und 1984 für „Mecki’s Basar“ umsatz­star­ke Jah­re mit über 2 Mio. VE Umsatz jährlich.

In den Jah­ren 1985 bis 1988 scheint sich die finan­zi­el­le Lage der Fir­ma zu ver­schlech­tern, wie Berich­te der KuA über fünf Tref­fen mit den Firmeninhaber*innen in West-Ber­lin in die­ser Zeit nahe­le­gen: So wur­den meh­re­re Bestel­lung stor­niert und Zah­lun­gen ver­zö­ger­ten sich.21 Jörg Reu­lens schil­der­te bei die­sen Tref­fen, dass das Geschäft in West-Ber­lin ins­ge­samt rück­läu­fig sei.22 Die Fir­ma pla­ne des­halb unter ande­rem Rabatt­ak­tio­nen, eine Redu­zie­rung der Geschäfts­flä­chen in Ber­lin und die Eröff­nung neu­er Filia­len in West­deutsch­land. Die KuA bot an, die abzu­neh­men­den Men­gen zu redu­zie­ren.23 Auch eine Absen­kung der Prei­se durch die KuA wur­de von Herrn Reu­lens erbe­ten.24 Ende 1988 waren die Geschäfts­flä­chen dann wohl deut­lich redu­ziert wor­den.25

Zumin­dest in einem Fall wur­de Jörg Reu­lens bei einer Rei­se in die DDR vom MfS über­wacht, wie aus einem Bericht aus dem März 1987 her­vor­geht. Das MfS beob­ach­te­te ein Tref­fen von ihm und einer Beglei­tung mit zwei KuA-Mit­ar­bei­ten­den (der Wagen wur­de vom MfS als aus dem Fuhr­park der KuA stam­mend iden­ti­fi­ziert) an der Rast­stät­te Kockern. Laut Bericht tran­ken die Obser­vier­ten gemein­sam Kaf­fee, Gesprächs­in­hal­te wur­den nicht erfasst.26

„Mecki’s Basar“ erwarb vor allem Möbel wie Kom­mo­den, Buf­fets, Schrän­ke und Schreib­ti­sche bei der KuA. Dazu kamen Deko­ra­ti­ons­ar­ti­kel und Haus­halts­ge­gen­stän­de wie Geschirr. Nähe­re Beschrei­bun­gen der Objek­te wie Mate­ria­li­en, Maße, Far­ben oder Ähn­li­ches fin­den sich in den Ver­trä­gen und Spe­zi­fi­ka­tio­nen fast nie. Nur in Ein­zel­fäl­len wer­den Hersteller*innen benannt: So kauf­te „Mecki’s Basar“ bei­spiels­wei­se im April 1982 „50 Kla­vie­re – teilw. defekt. Ein­zel­preis 660,00 VE. Gesamt­preis 33.000,00 VE. Mar­ken: Ernst Krau­se, Schwech­ten, Irm­ler, Gla­ser, […].“27

Außer­dem wer­den bei zumin­dest eini­gen der ver­kauf­ten Gemäl­de die Moti­ve und/oder die Künstler*innensignaturen ange­ge­ben, so z.B.

- Gemäl­de, sign. Glat­te (Schnit­ter auf dem Feld) und
- Gemäl­de, sign. Hüb­ner E I28
- Gemäl­de, Land­schaft, sign. Cas­tell29
- Ölbild (arab. Sze­ne), sign. Mer­i­on30

Im Bun­des­ar­chiv Ber­lin fin­den sich neben den Ver­trä­gen und Spe­zi­fi­ka­tio­nen der KuA häu­fig die Lie­fer­schei­ne und Rech­nun­gen der zulie­fern­den Betrie­be oder aber Anga­ben auf den Ver­kaufs­un­ter­la­gen, aus wel­chen Lagern der KuA die ver­kauf­ten Objek­te kom­men, z.B. aus den Lagern Schacksdorf in der Nie­der­lau­sitz oder Geit­hain bei Leipzig.

Erwer­bun­gen des Deut­schen Tech­nik­mu­se­ums bei „Mecki’s Basar“

Das Tech­nik­mu­se­um hat 1985 und 1986 je ein Objekt bei „Mecki’s Basar“ gekauft. Der „Hand­staub­sauger A. Hen­sels, um 1925“ wur­de 1985 ange­kauft, eine ent­spre­chen­de Rech­nung von „Mecki’s Basar“ konn­te nicht ermit­telt wer­den. Außer dem Her­stel­ler­schild “A. Hen­sels Staub­sauger / FAVO­RIT / [Rest unle­ser­lich]” trägt das Objekt kei­ne Pro­ve­ni­enz­merk­ma­le.
Der Elek­tro­händ­ler A. Hen­sel befand sich zwi­schen frü­hes­tens 1923 und spä­tes­tens 1930 in der Rit­ter­stra­ße 63, SW 68 Ber­lin.31

In den im Bun­des­ar­chiv Ber­lin im Bestand DL 210 lie­gen­den Ver­trä­gen zwi­schen der KuA und „Mecki’s Basar“ wur­de geprüft, ob sich unter den ange­kauf­ten Objek­ten ein Hand­staub­sauger oder Staub­sauger befin­det. Das Ergeb­nis war negativ.

Es bleibt eine Lücke in der Pro­ve­ni­enz zwi­schen um 1920 und 1985. Für einen Ankauf durch die Fir­ma „Mecki’s Basar“ aus der DDR gibt es auf Basis der vor­han­de­nen Unter­la­gen kei­nen Ver­dachts­mo­ment, da sich in den Ver­kaufs­un­ter­la­gen der KuA kein Staub­sauger fin­det und das Objekt kei­ne Spu­ren von Auf­kle­bern trägt.
Ein Unrechts­kon­text mit NS-Bezug kann nicht aus­ge­schlos­sen wer­den. Eine Klä­rung der Pro­ve­ni­enz ist nach jet­zi­gem Kennt­nis­stand aber nicht möglich.

Das Blech­schild „Ver­kaufs­stel­le für Mie­le Fahr­rä­der“ wur­de 1986 zum Preis von 150 DM bei „Mecki’s Basar“ gekauft.32 Die Fir­ma Mie­le & Cie hat zwi­schen 1916 und 1960 Fahr­rä­der pro­du­ziert. Das Wer­be­schild ist auf die­sen Zeit­raum zu datie­ren.33 Haupt­pro­duk­ti­ons­stät­te war neben dem Stamm­werk in Güters­loh das extra errich­te­te Werk in Bie­le­feld.34

Auf der Rück­sei­te des Schil­des befin­det sich ein run­der gel­ber Auf­kle­ber mit den Buch­sta­ben “V” / „K“ und “M” sowie der Rest eines recht­ecki­gen wei­ßen Aufklebers.

Um zu prü­fen, ob sich das Objekt mit Hil­fe der Ver­kaufs­un­ter­la­gen der KuA iden­ti­fi­zie­ren lässt, wur­den die im Bun­des­ar­chiv lie­gen­den Ver­trä­ge zwi­schen der KuA und „Mecki‘s Basar“ geprüft. Ins­ge­samt fin­den sich in den Ver­kaufs­un­ter­la­gen 204 Rekla­me­schil­der. Im Zeit­raum bis ein­schließ­lich 1986, dem Ankaufs­jahr, han­delt es sich um 180 Schil­der. Preis­lich lie­gen die Schil­der zwi­schen 5 und 385 VE, in den meis­ten Fäl­len liegt der Preis bei zwi­schen 50 und 150 VE.

Die in den Doku­men­ten genann­ten Rekla­me­schil­der wer­den hin­sicht­lich Grö­ße, Mate­ri­al oder Auf­schrift nicht näher beschrie­ben.35 Eine Iden­ti­fi­zie­rung des Schil­des aus der Samm­lung des Tech­nik­mu­se­ums durch die Beschrei­bun­gen in den Ver­kaufs­un­ter­la­gen ist damit nicht mög­lich.
Ein­zi­ge Aus­nah­me sind sechs Schil­der, deren Auf­schrif­ten (Wer­nes­grü­ner Pils­ner-Schild, Engel­hard Bier-Schild etc.) im Ver­trag benannt wer­den.36

Zu drei Schil­dern sind die Auf­kle­ber­num­mern aus den Unter­la­gen ermit­tel­bar (KHE 134 und 12179/190059).37
Zu einer Rei­he wei­te­rer Schil­der sind aus den Unter­la­gen die Zulie­fe­rer bekannt: Lager des Antik­han­dels Pir­na in Gei­tha, Wickers­hain und Dro­ch­aus (alle drei in Sach­sen) und Calau in Bran­den­burg; außer­dem der Volks­ei­ge­ne Dienst­leis­tungs­be­trieb Ber­lin und das Dienst­leis­tungs­kom­bi­nat Halle.

Der run­de, gel­be Auf­kle­ber auf der Rück­sei­te des Schil­des erin­nert an Auf­kle­ber, wie sie die KuA eben­falls benutz­te: Ein ähn­li­cher Auf­kle­ber fin­det sich auf einer Regis­trier­kas­se die nach­weis­lich von der KuA stammt und sich der Samm­lung des Tech­nik­mu­se­ums befindet.

Ver­kaufs­un­ter­la­gen der KuA im Bun­des­ar­chiv zei­gen zudem wei­te­re sol­cher Auf­kle­ber, zumeist beschrif­tet mit dem Kür­zel der Kund*innen, beispielsweise:

Unklar ist, wie die Buch­sta­ben auf dem Auf­kle­ber des Rekla­me­schilds zum Fir­men­na­men „Mecki’s Basar“ pas­sen. Ein wei­te­rer ent­spre­chen­der Auf­kle­ber für „Mecki’s Basar“ konn­te bis­lang in den KuA-Unter­la­gen nicht iden­ti­fi­ziert wer­den, sodass ein Abgleich nicht mög­lich ist.

Der Auf­kle­ber auf dem Mie­le-Rekla­me­schild könn­te dem­nach nur ein Hin­weis auf die DDR-Pro­ve­ni­enz des Objek­tes sein. Die­ser lässt sich aber auf­grund der unzu­rei­chen­den Beschrei­bun­gen der Rekla­me­schil­der in den Unter­la­gen der KuA nicht verifizieren.

Dem­nach bleibt eine Lücke im Pro­ve­ni­enz­ver­lauf zwi­schen dem unbe­kann­ten Her­stel­lungs­da­tum (zwi­schen 1916 und 1960) und 1986. Ein Unrechts­kon­text sowohl mit NS- als auch mit DDR-Bezug kann nicht aus­ge­schlos­sen werden.

Der Anti­qui­tä­ten­han­del „Fan­ta­sia“

Schwarz-weiße Zeitungsanzeige: "FANTASIA - Sammlerobjekte, Möbel, Spielzeug, Technik, Requisitenverleih".
Anzei­ge „Fan­ta­sia“ im Ber­li­ner Tele­fon­buch 1987. Abbil­dung: ZLB

Das Unter­neh­men „Fan­ta­sia“ betrieb von 1985 bis 2000 Ver­kaufs­räu­me in der Goe­the­stra­ße 69 in Ber­lin.38 Die Inha­be­rin Susan­ne Bet­ti­na Jör­ger hat­te zum 5.2.1985 beim Bezirks­amt Char­lot­ten­burg ein Gewer­be („Ein­zel­han­del mit Anti­qui­tä­ten und Wein­han­del sowie Gale­rie“) ange­mel­det.39 Laut Aus­kunft des Ord­nungs­amts Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf ist das Gewer­be nicht abge­mel­det wor­den.40 Ein Ein­trag im Han­dels­re­gis­ter exis­tiert nicht.41

„Fan­ta­sia“ als Kun­din der Kunst und Anti­qui­tä­ten GmbH

Zwi­schen 1985 und 1989 wur­den zwi­schen „Fan­ta­sia“ und der KuA 55 Ver­trä­ge abge­schlos­sen (Zah­len auf Basis der vor­han­de­nen Akten), davon zwei Glo­bal­ver­trä­ge. Die Gesamt­sum­me die­ser Ver­trä­ge beläuft sich auf 1.228.954,60 VE.

„Fan­ta­sia“ kauf­te in der DDR vor allem Pup­pen, Pup­pen­häu­ser und Spiel­zeug­ei­sen­bah­nen, außer­dem Haus­halts­ge­gen­stän­de wie Kaf­fee­müh­len sowie Musik­in­stru­men­te, Gram­mo­pho­ne, Deko­ra­ti­ons­ar­ti­kel sowie klei­ne­re Möbelstücke.

Ankauf von u.a. 7 Gewei­hen und 35 Reh­ge­hör­nen. Abbil­dung: Bun­des­ar­chiv, DL 210/3061, Ver­trag 52–10/66601
Historische Warenaufstellung mit 206 und 530 Stück Spielzeug sowie Verpackungsmaterial und einem Gesamtpreis von 3.672,50.
Ankauf von 736 Spie­len. Abbil­dung: Bun­des­ar­chiv, DL 210/3091, Ver­trag 66606

Auf meh­re­ren Spe­zi­fi­ka­tio­nen der KuA zu „Fan­ta­sia“ im Bun­des­ar­chiv Ber­lin fin­den sich gel­be, run­de Auf­kle­ber mit einem „F“ oder „FAN“ als Namens­kür­zel. Neben den bekann­ten Auf­kle­ber­num­mern der KuA könn­ten sich sol­che Auf­kle­ber auf bei der KuA gekauf­ten Objek­ten erhal­ten haben und somit einen Hin­weis auf eine Her­kunft aus der DDR geben.

Formular „Spezifikation“ einer Antiquitätenfirma mit handschriftlichen Angaben zu Lager, Datum und Käufer-Nr.
Auf­kle­ber mit Namens­kür­zel auf Spe­zi­fi­ka­ti­on der KuA. Abbil­dung: Bun­des­ar­chiv, DL 210/2796, Ver­trag 52–10/66604

Erwer­bun­gen des Deut­schen Tech­nik­mu­se­ums bei „Fan­ta­sia“

Das Tech­nik­mu­se­um hat 1989, 1991 und 1992 ins­ge­samt elf Objek­te und Klein­kon­vo­lu­te bei „Fan­ta­sia“ gekauft.42 Dabei han­delt es sich neben klei­ne­ren All­tags­ge­gen­stän­den wie einem Rasier­set und einer Toi­let­ten­gar­ni­tur aus Glas um einen Schau­fens­ter­pup­pen­kopf und einen Kaufmannsladen.

Der „Schau­fens­ter­pup­pen­kopf mit Hals, 1930“ wur­de 1991 für 650 DM vom Muse­um erwor­ben.43 Eine Aut­op­sie ist nicht mög­lich, da das Objekt ver­misst wird. Weder Objekt­ak­te noch inter­ne Daten­bank ent­hal­ten eine Fotografie.

Um zu prü­fen, ob sich das Objekt mit Hil­fe der Ver­kaufs­un­ter­la­gen der KuA iden­ti­fi­zie­ren lässt, wur­den die 30 im Bun­des­ar­chiv vor­han­de­nen Archiv­si­gna­tu­ren zu „Fan­ta­sia“ gesich­tet.
Laut die­sen Unter­la­gen hat „Fan­ta­sia“ ins­ge­samt 22 „Rekla­me­büs­ten“ / “Schaufensterbüsten“/„Reklameköpfe“ bei der KuA gekauft.44 Kei­ne® davon wird hin­sicht­lich Grö­ße, Mate­ri­al, Far­be oder Ähn­li­chem näher beschrie­ben, was eine Iden­ti­fi­zie­rung über die Beschrei­bung unmög­lich macht.

Schwarz-weiße Rasteraufnahme eines Kopfes im Profil.
Nur die­ses Foto aus dem Muse­ums­füh­rer von 1997 zeigt laut Erin­ne­rung der damals zustän­di­gen Samm­lungs­lei­te­rin den bei „Fan­ta­sia“ gekauf­ten Kopf. Abbil­dung: SDTB

Zu sie­ben der 22 Objek­te wer­den Auf­kle­ber­num­mern genannt, die auf den Ein­lie­fe­rer der KuA, hier den Antik­han­del Pir­na, hin­wei­sen.45 Theo­re­tisch bestün­de also die Mög­lich­keit, eine Her­kunft aus der DDR zu bele­gen, wenn der Schau­fens­ter­pup­pen­kopf wie­der­ge­fun­den und eine Auf­kle­ber­num­mer auf ihm fest­ge­stellt wer­den würde.

Zum jet­zi­gen Zeit­punkt kann nur eine Lücke in der Pro­ve­ni­enz zwi­schen 1930 und 1991 fest­ge­stellt wer­den. Ein Unrechts­kon­text sowohl mit NS- als auch mit DDR-Bezug kann nicht aus­ge­schlos­sen werden.

Den „Kauf­manns­la­den mit Nähe­rei­sa­chen, 1900“ erwarb das Muse­um 1991 für 9.500 DM bei „Fan­ta­sia“.46 Es han­delt sich dabei um eine Minia­tur für die Auf­stel­lung auf einem Tisch. Es ist nur noch der Kauf­manns­la­den selbst vor­han­den, die Nähe­rei­sa­chen wur­den bis­lang nicht iden­ti­fi­ziert. Das Objekt zeigt auf der Unter­sei­te die mit Blei­stift geschrie­be­ne Zahl “12”.

Auch in die­sem Fall wur­den die Ver­kaufs­un­ter­la­gen der KuA geprüft um zu ermit­teln, ob sich das Objekt nach­wei­sen lässt. In den Doku­men­ten fin­den sich 38 Hin­wei­se auf Kauf­manns­lä­den, die genau wie der Schau­fens­ter­pup­pen­kopf nicht näher beschrie­ben wer­den.47 Eine Iden­ti­fi­zie­rung eines ein­zel­nen Objek­tes durch die Beschrei­bun­gen in den Ver­kaufs­un­ter­la­gen ist damit nicht mög­lich.
Der vom Muse­um an „Fan­ta­sia“ gezahl­te Preis von 9.500 DM weicht stark von den in den KuA-Unter­la­gen gelis­te­ten Prei­sen ab, da die­se sich zwi­schen 46 und 977 VE bewe­gen und in der Mehr­zahl der Fäl­le zwi­schen 100 und 200 VE liegen.

Zu 22 der gelis­te­ten Objek­te wer­den Auf­kle­ber­num­mern genannt.48 Da auf dem vom Tech­nik­mu­se­um gekauf­ten Kauf­manns­la­den kei­ne Auf­kle­ber­num­mer gefun­den wur­de, kann hier­über kei­ne Ver­bin­dung in die DDR her­ge­stellt werden.

Es bleibt eine Lücke im Pro­ve­ni­enz­ver­lauf zwi­schen 1900 und 1991. Die genann­ten Grün­de (man­geln­de Beschrei­bung, nicht pas­sen­der Preis, kei­ne Auf­kle­ber­num­mer am Objekt) erge­ben, dass kei­ne Ver­dachts­mo­men­te für eine Her­kunft aus der DDR gese­hen wer­den. Ein Unrechts­kon­text mit NS- Bezug kann nicht aus­ge­schlos­sen werden.

Fazit

Das Deut­sche Tech­nik­mu­se­um hat zwi­schen 1985 und 1991 drei­zehn Objek­te und Kleinst­kon­vo­lu­te bei den West-Ber­li­ner Händler*innen „Fan­ta­sia“ und „Mecki’s Basar“ gekauft. Für bei­de Händler*innen ist belegt, dass sie über die KuA Kunst­ge­gen­stän­de aus der DDR ange­kauft haben. Die Pro­ve­ni­enz­ver­läu­fe der vier hier vor­ge­stell­ten Objek­te wei­sen Lücken zwi­schen der Her­stel­lung und dem Ankauf durch das Muse­um auf.
Ziel war es zu prü­fen, ob sich die Objek­te in den Ver­kaufs­un­ter­la­gen der KuA iden­ti­fi­zie­ren und wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu ihrer Pro­ve­ni­enz fin­den las­sen. Dies ist nur in sehr klei­nem Umfang gelun­gen.
Kei­nes der vier Objek­te konn­te anhand der Objekt­be­schrei­bung in den Ver­trä­gen und Spe­zi­fi­ka­tio­nen der KuA iden­ti­fi­ziert wer­den, da die Beschrei­bun­gen zu ober­fläch­lich und zu all­ge­mein gehal­ten sind.

In zwei Fäl­len hat die Unter­su­chung erge­ben, dass es kei­ne Ver­dachts­mo­men­te für eine Her­kunft aus der DDR gibt:
Im Fall des Hand­staub­saugers wird kein pas­sen­des Objekt in den vor­lie­gen­den Ver­kaufs­un­ter­la­gen der KuA genannt. Die Pro­ve­ni­enz­lü­cke bleibt bestehen. Im Fall des Kauf­manns­la­dens wird in den vor­lie­gen­den Unter­la­gen kein ent­spre­chen­des Objekt in nur annä­hernd ähn­li­cher Preis­la­ge genannt. Die Pro­ve­ni­enz­lü­cke bleibt bestehen.

Der Schau­fens­ter­pup­pen­kopf könn­te nur in den Unter­la­gen iden­ti­fi­ziert wer­den, wenn er wie­der­ge­fun­den wer­den wür­de UND eine der in den Unter­la­gen genann­te Auf­kle­ber­num­mer der KuA tra­gen wür­de. Bis dahin bleibt die Pro­ve­ni­enz­lü­cke bestehen.
Gene­rell scheint es aber sehr wahr­schein­lich, dass die Händler*innen die Auf­kle­ber­num­mern vor dem Wei­ter­ver­kauf ent­fern­ten. In der Samm­lung des Deut­schen Tech­nik­mu­se­ums gibt es Gegen­bei­spie­le, hier­bei han­delt es sich aber um Objek­te, die über Wolf­gang Bött­gers „Antik-Shop“ gekauft und zum Teil direkt aus der DDR an das Muse­um gelie­fert wurden.

Beim Rekla­me­schild für Mie­le-Fahr­rä­der könn­te der Auf­kle­ber auf der Rück­sei­te auf eine Her­kunft aus der DDR hin­wei­sen, bewie­sen wer­den kann dies aber nicht.

Insti­tu­tio­nen, in deren Samm­lun­gen sich bei „Mecki‘s Basar“ und „Fan­ta­sia“ gekauf­te Objek­te befin­den, haben die Mög­lich­keit, in der Ver­kaufs­un­ter­la­gen der KuA im Bun­des­ar­chiv nach die­sen zu suchen. In den aller­meis­ten Fäl­len wird dies aber nur auf Basis einer Objekt­be­schrei­bung nicht gelin­gen. Nur in sehr weni­gen Fäl­len, zum Bei­spiel bei Gemäl­den wie oben erwähnt gibt es detail­lier­te­re Beschrei­bun­gen.
Ein zwei­ter Ansatz­punkt wären die Auf­kle­ber­num­mern, die zu einem Teil der Objek­te in den Ver­kaufs­un­ter­la­gen ver­zeich­net sind. Hier wäre eine Zuord­nung mög­lich, wenn das Objekt in der eige­nen Samm­lung eine sol­che Num­mer trägt.
Die Infor­ma­tio­nen in den Unter­la­gen der KuA im Bun­des­ar­chiv, also die Auf­kle­ber­num­mern und die den vie­len Ver­trä­gen bei­lie­gen­den Rech­nun­gen und Lie­fer­schei­ne der Zulie­fe­rer der KuA kön­nen dann die Chan­ce bie­ten, die Objek­te wei­ter zurückzuverfolgen.


Die­ser Bei­trag erschien zuerst in Retour. Frei­er Blog für Pro­ve­ni­enz­for­schen­de.

  1. Zur Kund­schaft der KuA sie­he auch: Isphor­ding, Bernd: Archi­ve und Pro­ve­ni­enz­for­schung. Über­le­gun­gen zur archi­vi­schen Erschlie­ßung zum Zweck der Pro­ve­ni­enz­for­schung am Bei­spiel des Teil­be­stan­des „Kunst und Anti­qui­tä­ten GmbH“ im Bestand DL 210 (Betrie­be des Bereichs Kom­mer­zi­el­le Koor­di­nie­rung) des Bun­des­ar­chivs, Mas­ter­ar­beit an der Fach­hoch­schu­le Pots­dam, 2017. Online abruf­bar unter https://d‑nb.info/1156900964/34. Sowie Bech­ter, Bar­ba­ra; Biel­au, Kat­ja; Lin­den­au, Kat­ja: Inven­tar­num­mern und Lager­hal­tung der Kunst und Anti­qui­tä­ten GmbH. Cha­os oder Sys­tem?, publi­ziert auf ART-Dok., 2025, DOI: https://​doi​.org/​1​0​.​1​1​5​8​8​/​a​r​t​d​o​k​.​0​0​0​0​9​754. ↩︎
  2. Hasel, Vere­na Frie­de­ri­ke: Was machen wir heu­te? Vor dem Gorm flie­hen, in: Tages­spie­gel, 29.7.2008, online abruf­bar unter https://​www​.tages​spie​gel​.de/​k​u​l​t​u​r​/​v​o​r​-​d​e​m​-​g​o​r​m​-​f​l​i​e​h​e​n​-​1​6​7​9​5​7​2​.​h​tml. ↩︎
  3. Das Kunst-Stück der DDR. Wie ein staats­ei­ge­ner Betrieb Bil­der und Anti­qui­tä­ten zu Devi­sen macht, in: Art, Aus­ga­be 2/84, in: Deut­scher Bun­des­tag. Drit­te Beschluss­emp­feh­lung und drit­ter Teil­be­richt. Druck­sa­che 12/4500, 15.3.1993, Doku­ment 48, Sei­te 306–309. Abruf­bar unter https://​dser​ver​.bun​des​tag​.de/​b​t​d​/​1​2​/​0​4​5​/​1​2​0​4​5​0​0​.​pdf. ↩︎
  4. Zum Pro­zess https://​aus​stel​lun​gen​.deut​sche​-digi​ta​le​-biblio​thek​.de/​d​d​r​-​e​r​w​e​r​b​u​n​gen. ↩︎
  5. Förs­ter, Andre­as: Die West-Part­ner haben ihre wei­ße Wes­te wie­der, in: Ber­li­ner Zei­tung, 1.4.1992, Sei­te 3. Online abruf­bar über das Zei­tungs­por­tal DDR-Pres­se der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin, https://​zefys​.staats​bi​blio​thek​-ber​lin​.de/​l​o​g​in/. ↩︎
  6. Das Betrei­ber-Ehe­paar Jörg und Mecht­hild Reu­lens selbst hat an ver­schie­de­nen Stel­len von 1970 als dem Grün­dungs­jahr ihres Anti­qui­tä­ten­han­dels gespro­chen. Web­sei­te www​.meckis​-basar​.com über https://web.archive.org/web/20110303100935/http://www.meckis-basar.com/ueber_uns.html, Hasel, Vere­na Frie­de­ri­ke: Was machen wir heu­te? Vor dem Gorm flie­hen, in: Tages­spie­gel, 29.7.2008, sie­he FN 5. Wei­te­re Adres­sen und Zweig­be­trie­be waren über die Zeit auch die Sua­rez­stra­ße 6, die Motz­stra­ße 22, der Kudamm 90, die Strom­stra­ße 51, die Bal­len­sted­ter Stra­ße 17, Alt-Moa­bit 95/97, die Bran­den­bur­gi­sche Stra­ße 42 und die Pfalz­bur­ger Stra­ße 43–46. ↩︎
  7. BBWA K1/01/137392. 1973 erschien dann „Mecki’s Basar“/Antiquitäten Reu­lens“ das ers­te Mal im Ber­li­ner Tele­fon­buch, online abruf­bar unter https://​digi​tal​.zlb​.de/​v​i​e​w​e​r​/​i​m​a​g​e​/​1​5​8​4​9​3​5​8​_​1​9​7​3​-​7​4​/​1​5​6​3​/​#​t​o​p​D​o​c​A​n​c​hor. ↩︎
  8. Amts­ge­richt Ber­lin-Char­lot­ten­burg HR B 10237, online abruf­bar unter https://​www​.han​dels​re​gis​ter​.de/​r​p​_​w​e​b​/​s​u​c​h​e​E​r​g​e​b​n​i​s​s​e​/​w​e​l​c​o​m​e​.​x​h​t​m​l​?​c​i​d=1. ↩︎
  9. BBWA K1/01/137392 sowie Ber­li­ner Tele­fon- und Adress­bü­cher bis 1991 digi­tal ver­füg­bar bei der ZLB https://​digi​tal​.zlb​.de/​v​i​e​w​e​r​/​c​m​s​/​1​46/: Im April 1976 ver­legt Mecht­hild Reu­lens den Betrieb von der Sua­rez­stra­ße in die Kon­stan­zer Stra­ße 14. Zu die­sem Zeit­punkt wer­den auch noch die Motz­stras­se 22 und der Kudamm 90 als wei­te­re Adres­sen im Tele­fon­buch ange­ge­ben. ↩︎
  10. BBWA K1/01/137392: Fra­ge­bo­gen der IHK Ber­lin, aus­ge­füllt von Mecht­hild Reu­lens am 5.12.1991. ↩︎
  11. BArch, DL 210 sowie Sta­si-Unter­la­gen-Archiv MfS AG BKK Nr. 518. ↩︎
  12. Amts­ge­richt Ber­lin-Char­lot­ten­burg HRA 23738 B: https://​www​.han​dels​re​gis​ter​.de/​r​p​_​w​e​b​/​s​u​c​h​e​E​r​g​e​b​n​i​s​s​e​/​w​e​l​c​o​m​e​.​x​h​t​m​l​?​c​i​d=1. Laut Mit­te­lun­gen des Han­dels­re­gis­ters des Amts­ge­richts Char­lot­ten­burg wur­de aller­dings eben­falls im Janu­ar 1992 „Mecki’s Basar“ / Mecht­hild Reu­lens“, Geschäfts­adres­se Kon­stan­zer Str. 14, mit der Num­mer HRA 23738 neu ein­ge­tra­gen: Amt­li­che Bekanntmachungen/Anzeigen in Ber­li­ner Zei­tung vom 27.1.1992, Sei­te 35, online abruf­bar unter https://dfg-viewer.de/show?id=9&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fcontent.staatsbibliothek-berlin.de%2Fzefys%2FSNP26120215-19920127–0‑0–0‑0.xml&tx_dlf%5Bpage%5D=35. ↩︎
  13. Topp, Mar­len: Geschäf­te mit der Kunst und Anti­qui­tä­ten GmbH der DDR (Teil 1), in: muse­umheu­te 63, hrsg. von der Lan­des­stel­le für die nicht­staat­li­chen Muse­en in Bay­ern, Mün­chen 2023, S. 67–69;
    sowie Kers­ten, Jani­ne: Ver­schlun­ge­ne Wege: Das Netz­werk der west­li­chen Han­dels­ver­tre­ter der Kunst und Anti­qui­tä­ten GmbH, Vor­trag beim Kol­lo­qui­um Pro­ve­ni­enz­for­schung des Deut­schen Zen­trum Kul­tur­gut­ver­lus­te am 23.3.2026, abruf­bar unter https://​kul​tur​gut​ver​lus​te​.de/​v​e​r​a​n​s​t​a​l​t​u​n​g​s​d​o​k​u​m​e​n​t​a​t​i​o​n​/​z​u​m​-​n​a​c​h​h​o​e​r​e​n​-​v​e​r​s​c​h​l​u​n​g​e​n​e​-​w​e​g​e​-​d​a​s​-​n​e​t​z​w​e​r​k​-​d​e​r​-​w​e​s​t​l​i​c​hen. ↩︎
  14. BArch, DL 210/1884, 1885, 1855, 1856. Es han­del­te es sich um ein Geschäft des Kauf­manns Lothar J. Busch, das von 1976 bis 1980 beim Amts­ge­richt Char­lot­ten­burg gemel­det war: HR A 16680, online abruf­bar unter https://​www​.han​dels​re​gis​ter​.de/​r​p​_​w​e​b​/​s​u​c​h​e​E​r​g​e​b​n​i​s​s​e​/​w​e​l​c​o​m​e​.​x​h​t​m​l​?​c​i​d=1. Busch kauf­te zwi­schen 1974 und 1976 und dann zusam­men mit dem Ehe­paar Reu­lens in 1978 bei der KuA ein: BArch, DL 210/3233. ↩︎
  15. Web­sei­te www​.meckis​-basar​.com über https://web.archive.org/web/20110303100935/http://www.meckis-basar.com/ueber_uns.html sowie Hasel, Vere­na Frie­de­ri­ke: Was machen wir heu­te? Vor dem Gorm flie­hen, in: Tages­spie­gel, 29.7.2008, sie­he FN 5. ↩︎
  16. https://web.archive.org/web/20110303100935/http://www.meckis-basar.com/ueber_uns.html. ↩︎
  17. Isphor­ding, Bernd: Archi­ve und Pro­ve­ni­enz­for­schung, Sei­te 70, sie­he FN 2. ↩︎
  18. BArch, MfS, AG BKK, Nr. 518, Infor­ma­ti­on vom 12.04.1983. ↩︎
  19. BArch, MfS, AG BKK, Nr. 518, Bericht vom 11.10.1983. ↩︎
  20. BArch, MfS, AG BKK, Nr. 518, Bericht vom 28.2.1984. ↩︎
  21. BArch, DL 210/1515. ↩︎
  22. BArch, DL 210/2320. ↩︎
  23. BArch, DL 210/2320. ↩︎
  24. BArch, DL 210/2320. ↩︎
  25. BArch, DL 210/2320. ↩︎
  26. BArch, MfS, AG BKK, Nr. 518, Bericht vom 20.03.1987. ↩︎
  27. BArch, DL 210/1817, Ver­trag 52–10/26418. ↩︎
  28. BArch, DL 210/1959, Ver­trag 52–10/16557, Pos. 6: Preis 4.000 VE, Auf­kle­ber­num­mer Fi / II 79 (ver­weist laut Hand­rei­chung BArch 2023 auf den Antik­han­del Pir­na Mag­de­burg). Pos. 7: Preis 6.000 VE, Auf­kle­ber­num­mer Hp 81 X 615 (ver­weist auf den Ein­käu­fer Axel Hil­pert, Antik­han­del Pir­na Pots­dam). ↩︎
  29. BArch, DL 210/3123, Ver­trag 52–10/66134. Preis 632,50 VE, Auf­kle­ber­num­mer KR (86?) IV 1 (ver­weist auf Antik­han­del Pir­na Geit­hain). ↩︎
  30. BArch, DL 210/2170, Ver­trag 52–10/96688. Preis 5.175 VE, kei­ne Auf­kle­ber­num­mer. ↩︎
  31. Staub­sauger-Händ­ler A. Hen­sel im Ber­li­ner Bran­chen­buch von 1927: https://​digi​tal​.zlb​.de/​v​i​e​w​e​r​/​i​m​a​g​e​/​1​5​8​4​9​3​3​8​_​1​9​2​7​/​877/.
    Auch 1928 kann er im Bran­chen­buch nach­ge­wie­sen wer­den: https://​digi​tal​.zlb​.de/​v​i​e​w​e​r​/​i​m​a​g​e​/​1​5​8​4​9​3​3​8​_​1​9​2​8​/​8​22/. 1931 wird er nicht mehr als Händ­ler gelis­tet: https://​digi​tal​.zlb​.de/​v​i​e​w​e​r​/​i​m​a​g​e​/​1​5​8​4​9​3​3​8​_​1​9​3​1​/​6​32/. Die dazwi­schen­lie­gen­den Jah­re lie­gen nicht digi­tal vor. Eben­so wie die Jahr­gän­ge 1923 bis 1926. 1922 wird A. Hen­sel noch nicht im Bran­chen­buch gelis­tet: https://​digi​tal​.zlb​.de/​v​i​e​w​e​r​/​i​m​a​g​e​/​3​4​7​1​4​6​0​2​_​1​9​2​2​/​1​4​83/.
    ↩︎
  32. SDTB, Rech­nung vom 17.2.1986. ↩︎
  33. Ein ähn­li­ches Blech­schild befin­det sich in der Samm­lung des Frei­licht­mu­se­ums Roschei­der Hof. Es wird auf die 1950er Jah­re datiert: https://​rlp​.muse​um​-digi​tal​.de/​o​b​j​e​c​t​/​1​0​1​530. Das Tech­no­se­um Mann­heim hat eben­falls ein Schild mit die­sem Text in sei­nem Bestand, es wird auf 1930 datiert. https://​obj​.tech​no​se​um​.de/​r​e​c​h​.​F​A​U​?​s​i​d​=​5​B​C​B​1​B​A​1​2​4​5​&​d​m​=​1​&​a​u​f​t=1. ↩︎
  34. Geschich­te der Zwei­rad­pro­duk­ti­on bei Mie­le von 1916 bis 1960, Eigen­dar­stel­lung von Mie­le & Cie. KG, online abruf­bar: https://m.miele.de/media/ex/de/Technikgeschichte/Technikgeschichte-Geschichte-der-Zweiradproduktion-bei-Miele_EW01.pdf. ↩︎
  35. BArch, DL 210, Ver­trä­ge 51028 (DL 210/2357 und 2407), 51029 (DL 210/2357 und 1836), 51030 (DL 210/3062 und 2357), 66600 (DL 210/2776, 2796, 3125), 66602 (DL 210/2776, 2796, 3125, 3126), 66607 (DL 210/2776, 2796, 3122, 3123), 66610 (DL 210/2776, 2796, 3182), 78651 (DL 210/2769, 2854, 2936, 3182), 78655 (DL 210/2769, 2936, 2854, 3182), 78657 (DL 210/2854, 2936, 2769, 3182), 78659 (DL 210/2936, 2854, 2769, 3182), 85651 (DL 210/2911, 1573, 2854, 3182), 85653 (DL 210/2911, 1573), 94900 (DL 210/1749, 2249, 2250), 94901 (DL 210/1749, 2249, 2250), 94902 (DL 210/1749, 2249, 2250), 94904 (DL 210/1749, 2249, 2250). ↩︎
  36. BArch, DL 210/2934, Ver­trag 52–10/86206. Anhand ihrer Auf­schrif­ten kön­nen sie auch in der Rech­nung des Zulie­fe­rers (VE Dienst­leis­tungs­be­trieb Ber­lin im Stamm­be­trieb des VEB Kom­bi­nat Dienst­leis­tun­gen Ber­lin) iden­ti­fi­ziert wer­den: BArch, DL 210/2934, Rech­nung vom 13.10.1988. ↩︎
  37. BArch, DL 210, Ver­trag 52–10/16414 Pos. 284 (Auf­kle­ber­num­mer KHE 134) sowie Ver­trag 52–10/86499 Pos. 3042, zwei Rekla­me­schil­der (Auf­kle­ber­num­mer 12179/190059). ↩︎
  38. Tele­fon­buch Ber­lin 1986: https://​digi​tal​.zlb​.de/​v​i​e​w​e​r​/​i​m​a​g​e​/​1​5​8​4​9​3​6​1​_​1​9​8​6​-​8​7​/​5​3​9​/​L​O​G​_​0​0​07/; Tele­fon­buch 1999/2000 ana­log in der ZLB ein­ge­se­hen. ↩︎
  39. BBWA: K1/1/153201 und K1/1/260754. ↩︎
  40. Mail des Ord­nungs­am­tes Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf vom 13.4.2026. Vor Ort fan­den sich kei­ne Hin­wei­se auf „Fan­ta­sia“ (Stand 4.5.2026). ↩︎
  41. Suche nach Fan­ta­sia oder Jör­ger führt zu kei­nem pas­sen­den Tref­fer: https://​www​.han​dels​re​gis​ter​.de/​r​p​_​w​e​b​/​w​e​l​c​o​m​e​.​x​h​tml. ↩︎
  42. Rech­nun­gen „Fan­ta­sia“ vom 3.7.1989 und 9.12.1991 (zwei Rech­nun­gen die­ses Datums), Objekt­ak­ten SDTB. ↩︎
  43. Rech­nung „Fan­ta­sia“ vom 9.12.1991, Objekt­ak­te SDTB. ↩︎
  44. BArch, DL 210, Ver­trä­ge 52–10/66601 (DL 210/2776, 2796, 3061), 66605 (DL 210/2776, 2796, 3091), 52–10/66607 (DL 210/2776, 2796, 3122, 3123), 52–10/78657 (DL 210/2854, 2936, 2769, 3182), 52–10/78659 (DL 210/2936, 2854, 2769, 3182), 52–10/85651 (DL 210/2911, 1573, 2854, 3182). ↩︎
  45. Die Auf­kle­ber­num­mern KR 87 VII 434, KR 87 VII 435, MM 87 VIII 622 könn­ten laut Hand­rei­chung des Bun­des­ar­chivs von 2023 auf den Antik­han­del Pir­na ver­wei­sen. ↩︎
  46. Rech­nung „Fan­ta­sia“ vom 9.12.1991, Objekt­ak­te SDTB. ↩︎
  47. BArch, DL 210, Ver­trä­ge 51028 (DL 210/2357 und 2407), 51029 (DL 210/2357 und 1836), 51030 (DL 210/3062 und 2357), 66600 (DL 210/2776, 2796, 3125), 66602 (DL 210/2776, 2796, 3125, 3126), 66607 (DL 210/2776, 2796, 3122, 3123), 66610 (DL 210/2776, 2796, 3182), 78651 (DL 210/2769, 2854, 2936, 3182), 78655 (DL 210/2769, 2936, 2854, 3182), 78657 (DL 210/2854, 2936, 2769, 3182), 78659 (DL 210/2936, 2854, 2769, 3182), 85651 (DL 210/2911, 1573, 2854, 3182), 85653 (DL 210/2911, 1573), 94900 (DL 210/1749, 2249, 2250), 94901 (DL 210/1749, 2249, 2250), 94902 (DL 210/1749, 2249, 2250), 94904 (DL 210/1749, 2249, 2250). ↩︎
  48. Die Auf­kle­ber­num­mern ver­wei­sen laut Hand­rei­chung des Bun­des­ar­chivs von 2023 unter ande­rem auf Kom­mis­si­ons­ge­schäf­te, Antik-und Gebraucht­wa­ren Gera, HO-Gebraucht­wa­ren, Dienst­leis­tungs­kom­bi­nat Hal­le und ver­schie­de­ne Einkäufer*innen des Antik­han­del Pir­na. Im letzt­ge­nann­ten Fall bestün­de die Mög­lich­keit, über das Stadt­ar­chiv Pir­na zumin­dest bei Objek­ten mit Ver­kaufs­da­tum 1989 die pri­va­ten Verkäufer*innen oder staat­li­chen Abga­be­stel­len zu iden­ti­fi­zie­ren, sie­he hier­zu Boe­g­ner, Kat­ja: Die Kauf­ver­trä­ge des VEB Antik­han­del Pir­na als Quel­le für die Pro­ve­ni­enz­for­schung, Bei­trag auf Retour. Frei­er Blog für Pro­ve­ni­enz­for­schung, https://​retour​.hypo​the​ses​.org/​6​792, zuletzt gese­hen am 1.7.2026. ↩︎
Kat­ja Boegner

Katja Boegner ist Provenienzforscherin. Sie studierte Geschichte und Literaturwissenschaft an der Berliner Humboldt-Universität. Am Deutschen Technikmuseum ist sie seit ihrem Volontariat 2008 beschäftigt.